Letztens wurde ich gefragt, warum ich nicht mehr von meinen beruflichen Erfahrungen mit Yoga und Pilates teile. Warum ich nicht mehr darüber schreibe, was Pilates oder Yoga bewirkt.
Das ist eine Frage, um die ich mich schon einige Jahre drehe.
Im linearen Verständnis unserer Zeit gibt es im Laufe einer Yogalehrer-Karriere logische nächste Schritte, wie zum Beispiel Retreats anzubieten oder Yogalehrer-Ausbildungen, Workshops, YouTube Karriere, odgl.
Ich habe die inamaStudios eröffnet, doch meine Arbeit als Lehrerin hat sich dadurch nicht im üblichen Weg entwickelt. Nun könnte ich an dieser Stelle all mein Wissen im Marketing anwenden, aber:
Mir widerstrebt es, wenn immer alles einen Nutzen oder ein Versprechen in sich tragen muss. Wer bin ich, meinen Schüler:innen zu sagen, was ihre eigene und ganz persönliche Erfahrung sein wird? Deine Gefühle und Worte mögen ganz anders als meine eigenen sein.
Wenn wir uns ausbilden, muss Wissen verinnerlicht werden. Daraus entsteht die persönliche Erfahrung. Sonst ist es, als würde ein Suppenlöffel weitergereicht und nicht aus dem eigenen Wissen geschöpft.
Und dann bin da noch ich, die sich ständig wandelt, wächst und neu geboren wird.
Meine Lehrerin sagte, „wenn du dich mit jemandem vergleichst, dann nur mit dir.“ Und wenn ich heute denke, wie ich vor einem Jahr hier war – oder gar vor zwei! Da wurden Welten geboren und neue Länder entdeckt.
Denn mein Anliegen an mich selbst ist, an mir zu arbeiten. Ich möchte mich ent-wickeln zu immer mehr Lebendigkeit. Und wie kann ich da sagen, was Yoga für dich persönlich ist? Wie kann ich versprechen, was Pilates mit dir macht?
Ich kann dir sagen, was ich kann. Ich kann einen Weg zeigen. Einen, den ich in den letzten 15 Jahren selbst gegangen bin. Einen, der mein Leben ist. Denn Yoga ist Leben. Bewegung. Körper. Geist. Herz.
Ich kann meine Freude für Bewegung – vor allem die körperliche teilen. Und vielleicht warst du einmal Teilnehmer: in einer meiner Klassen und hast meine Begeisterung erlebt. Ich bin begeistert vom Körper, von den Möglichkeiten, den subtilen Feinheiten. Ich bin begeistert von Erfolgen in Ansteuerung, Bewusstwerdung und Verbindung. Wenn plötzlich etwas aufgeht und der Geist weit wird. Darüber kann ich in feurige Ansprachen geraten, was mich selber amüsiert und lache herzlich.
Leise hoffe ich immer, dass diese Freude ansteckend ist. Ein Manifest auf den Körper!
Und weil nicht immer alles Licht, Leichtigkeit und Freude ist, kenne ich die Tiefen, die Zweifel und den Unfrieden nur zu gut. Vielleicht ist daraus die Begeisterung gewachsen.
Denn auch wenn ich mich an manchen Tagen sträube und vergesse.
In allem lehrt mich mein Körper unermüdlich mit leiser Stimme Tag für Tag nur eines, ihn zu lieben und ihn zu bewohnen.
Komm mit auf diese Reise, ich freue mich, zu begleiten.